Sonntag, Februar 26, 2017

glotzt nicht so romantisch (778): howth


eine band mit einem streitbaren typen in der front, mit häufig wechselnden crewmitgliedern und denoch mit einem unverwechselbaren sound, mit einem irren charme, mit einer sämigen harmonienlehre, vor der man nicht gefeit ist. carl creighton und co. hatten wir hier ein ums andere mal am start, heute mit einem frischen video zu "leonardo", einem track, den Ihr auf der letzten howth songsammlung "trashy milky nothing town (it's about ninja turtles)" aus dem jahr 2015 findet: irgendwas mit liebe, wie immer.


Samstag, Februar 25, 2017

neue töne (1723): christiane rösinger


foto: doro tuch

schöne platte, die da christiane rösinger an den start brachte. ende februar wars, die frühjahrsdepression hing bereits vorbereitend überm balkongeländer. doch rösinger wird sie ignorieren, sie befreit sich ja gerade. erst die mutigen worte zum empfang von neuer energie, von neuen melodien, neuen worten und wenig später die erkenntnis, dass auch inspiration nicht ohne arbeit auskommen wird. sätze und sätze, die noch für die vergangenheit verschwendet werden, doch wir wissen längst, und hängen an ihren lippen, dass selbst das "schal"ste nicht ohnen zwinkernde augen auskommt. dabei bleibt der wortwitz, der blick hinter die kulissen dauerhaft präsent. leiden ist die voraussetzung für ernsthafte schaffenskraft. daran klammert sich die künstlerin und bietet teilhabe an.

ihre stimme hat einen ableitenden kick, sie hat ein zeitloses timbre und kann dennoch zugeordnet werden. sie spricht dieselbe sprache wie alle zuvor sprachlosen. die worte sprudeln, als hätten sie keine zeit, als würden sie alsbald vergessen. eingefasst in eine popmusikalische, antriebsimmanente soundkulisse etabliert sich das mitteldeutsche idion immer wieder neu, ohne sich bedrängend an den gegenüber kuscheln zu wollen. warum auch? hier äußert sich eine autarke persönlichkeit, die nicht weniger als der künstlerin drang an die öffentlichkeit zwingt. hören wir ihr zu!

über ein leben, das nicht leicht ist, über liebe, die nicht ohne leiden zu haben ist, über menschen, die man am liebsten meiden würde, wenn man nicht auf sie angewiesen sein würde. bei rösinger klingt das oft beiläufig und doch hängen die sätze nach, weil sie sich mit widerhaken an dich hängen.

"lieder ohne leiden" von christiane rösinger erschien am 24. februar auf staatsakt.

01.04.2017 Berlin, HAU1
04.04.2017 Hamburg , Uebel & Gefährlich
05.04.2017 Köln, Gebäude 9
06.04.2017 Frankfurt, Brotfabrik
07.04.2017 Schorndorf, Manufaktur
08.04.2017 CH-Zürich, Stall 6
09.04.2017 CH-St. Gallen, Palace
11.04.2017 AT-Wien, Brut
12.04.2017 München, Strom
13.04.2017 Leipzig, Werk 2


Freitag, Februar 24, 2017

eingestreut (1034): jon mckiel


photo: piotr filipek

weil wir gerade bei you've changed records waren (siehe gestrigen post), legen wir gleich noch das ycr-debüt von jon mckiel nach. es ist das bereits vierte album des jungen burschen aus nova scotia, das an der seite von jay crocker (of joyfultalk/no more shapes), sean dicey (joyfultalk) und aaron mangle (of cousins) entstand. die erste nummer "conduit" daraus ist ein wenig flach geschossenes rockzitat, das wahrlich lust macht auf mehr. die dynamik, die vitalität des ausdrucks, überhaupt der druck, die ernsthaftigkeit (ein friedenszeichen an die staaten) sind definitiv appetit anregend. "memorial ten count" wird der release heißen und am 10. märz erscheinen. natürlich gibt es diese veröffentlichung auch auf vinyl.

Donnerstag, Februar 23, 2017

neue töne (1722): richard laviolette


das wunderbare you've changed records wird nun auch ins neue jahr starten. die ersten releases befinden sich im lauf. unter anderem kann mitte märz das neue album von richard laviolette erwartet werden. wer sich ein wenig im programm von ycr auskennt, wird sein album "all of your raw materials" erinnern, das er mit the oil spills eingespielt hatte. der nachfolger wird "taking the long way home" heißen und sich mit offenen songs präsentieren, die sich kämpferisch gegenüber krankheit und tod geben und zugleich ein verweis sind auf den zusammenhalt bei freunden und in der familie. zunächst waren die aufnahmen als gemeinsames projekt von richard und seinem vater geplant. jedoch war letzterer gebunden, um seiner schwer erkrankten frau zur seite zu stehen. diese ausgangsposition sensibilisierte die gesamte nachfolgende vorgehensweise und bildete quasi den grundton für das album.

unterstützung fand der aus dem südwesten ontarios stammende in lisa bozikovic am piano, matthew reeves an der leadgitarre, jessy bell smith mit gesanglicher unterstützung, julia narveson (ever lovin’ jug band, lake of stew) an der fiddle und am double bass, aaron goldstein (cowboy junkies, bry webb, daniel romano) an der pedal steel, heather kirby (ohbijou, vag halen) am bass und aaron curtis an den drums.

mit dem titelsong gibt es einen ersten musikalischen verweis auf das album. es ist ein zurückgenommener stomp, es ist eine leidenschaftliche nummer, die sich in arrangement und in der gesanglichen darbietung nicht in den vordergrund gedrängt sieht, sondern den worten raum bietet, um an größe und blendkraft zu gewinnen. tolles stück!

Mittwoch, Februar 22, 2017

neue töne (1721): sarah davachi


photo by r. smith

die detailliebe, ja, die suche nach dem einen moment, für den man augenblicke vergehen lässt. augenblicke, aus denen sich notenlagen schälen, strukturen entstehen, sich wundersam töne verschieben, als wären sie dehnbare objekte. der drone ist dringlich, aber keineswegs bedrängend, er behängt das stück wie eine lamettagrundlage den weihnachsbaum. der aus montreal stammenden künstlerin gelingt einmal mehr, die pfade zum glück als wenig berechnend und doch einnehmend, einvernehmlich zu gestalten. über allem schwebt etwas, als würde das göttliche eingefangen. ätherisch, mancherorts pastoral. die synthesizer verweigern den gedankenzugriff, sie spiegeln vor eine orgel zu sein, streicher, stimmen. sie besetzen erinnerungen und spielen mit ihnen. wer die augen schließt, wird sich auf eine immer wieder neue reise begeben.
mit "all my circles run" bietet sarah davachi via students of decay ihr mittlerweile viertes full length auf und selten war sie dabei strebsamer und origineller, kühler und berechnend und zugleich voller seele und emapthie. die fünf tracks sind wie eine offenbarung, sie schließen einandern ein und stehen für sich wie eine jeweils geschlossene welt. die lp erschien bereits im letzten quartal 2016, einige exemplare sollten noch erhältlich sein.

"über sarah davachi brauche ich nicht weiter ausführen, denn alle wesentlichen details ihrer karriere verarbeitete ich in zwei notizen 2015. hier unter anderem die wichtigsten veröffentlichungen sowie angaben zum debütalbum "barons court", hier ausführungen zu kleineren releases mit aktuellem bezug."

Dienstag, Februar 21, 2017

glotzt nicht so romantisch (777): hauschka


die oscar nominierung ist für uns kaum ein indikator für die qualitäten des düsseldorfers, mit nachfolgendem video gibt es einen ersten verweis auf das neue album "what if", das ende märz auf city slang und temporary residence erscheinen wird: hauschka:

glotzt nicht so romantisch (776): chantal acda


ihren sagenhaften auftritt auf dem orange blossom special festival werden wir nicht vergessen, das neue video zu "fight back" erinnert an diese unwahrscheinlich sachte und doch aussagekräftige stimme, mit "bounce back" darf man das neue album ab 21. april via glitterhouse records erwarten; chantal acda:

28.04.2017 NL - Helmond - Cacaofabriek
30.04.2017 BE - Antwerp - De Studio
01.05.2017 NL - Amsterdam - Paradiso
02.05.2017 NL - Heerlen - Klooster
03.05.2017 BE - Leuven - Wagehuys/30cc
10.05.2017 BE - Gent - Handelsbeurs
16.05.2017 BE - Brüssel - Botanique (Les Nuits)
20.05.2017 AT - Wien - Chelsea
21.05.2017 DE - München - Milla
22.05.2017 DE - Z-Bau - Nürnberg
23.05.2017 DE - Dresden - Societaetstheater
24.05.2017 DE - Berlin - Privat Club
25.05.2017 DE - Hannover - Feinkostlampe
26.05.2017 DE - Köln - Blue Shell

Montag, Februar 20, 2017

ein (p)fund mp3 (544), teil 2

eine der ersten nummern aus dem neuen album "you had me at goodbye" ist "antiseptic greeting", das mich an eine begegnung neulich erinnert, kennt Ihr das auch?, album ab dem 24. märz am start: samantha crain:


ist ja manchmal so, dass einen eine bestimmte musik komplett fasst, hier ist das der fall, den 10. märz haben wir uns definitiv notiert, dann erscheint auf pnkslm recordings das debüt "you tried", "cry later" ist bereits die dritte single daraus: hater:


deutlich stattlicher wird es hier, das londoner trio hat sich dem noise verschrieben und haut mal eben eine doppel-a-single heraus, erscheinen wird "the mound/disappear" mitte märz, bis dahin geben wir Euch das: girls in synthesis:


der westlondoner vierer bringt mit "this close" seine debütsingle heraus, sie wird ende märz auf ra-ra rok records erscheinen, für ein erstes elaborat eine mehr als ordentliche nummer, findet Ihr auch: weird milk:


das zweite album der belgier bringt unter anderem das launige "the lonely place" hervor, den rest von "too sorry for any sorrow" gibt es dann ab 03. märz via humpty dumpty bzw. teenage menopause records: mountain bike:


schöner abschluss für heute, ungefragt präsentieren wir Euch asa söderqvist, die aus stockholm startet, um ihre neue ep "2" mit "sugar town" anzukündigen, kommt auch via dem heimatlichen label pnkslm recordings: shitkid:


jeb loy nichols
23.04.17 München, Muffatcafé
24.04.17 Berlin, Privatclub
25.04.17 Köln, Stadtgarten
26.04.17 Hamburg, Nochtspeicher
27.04.17 Schorndorf, Manufaktur

ein (p)fund mp3 (544)

das duo (kelly atkins, greg giles) aus san francisco bringt nach acht jahren mal wieder ein album heraus, "songs praising the mutant race" bietet catchige melodien und zuckersüße harmonien, Ihr werdet sehen, hören: 20 minute loop:


die nummer "speed racer" wurde vom kommenden debüt "songs of her's" entnommen, damit ist schon dies und jenes behauptet, fast bewiesen, den rest gibt es ab 12. mai auf heist or hit: her's:


die single "scarlett/serious" erschien vor kurzem auf lazy octopus records, verantwortlich zeichnete die schwedische band um hillevi duus an den drums (hunt, growth), tove möller an der gitarre (to all my friends) und ella blixt am bass (it's a musical, bobby and blumm, nikita, bobby baby): radula:


ich mag die jungs aus austin, die gerade ihr debütalbum angehen, "heather, you're so cool" wird auch auf dem axis mundi records release zu finden sein, und irgendwie passt es perfekt in die bisherige aufreihung, gell?: dumb:


die preorder für "malenkost" läuft bereits, es ist das erste mal, dass der 2015er release auf vinyl erscheint, der aufgabe hat sich maple death records angenommen und verhilft patrick flegel, dem gitarristen von women zu hoffentlich immer mehr aufmerksamkeit: cindy lee:


noch ein verweis, nach bislang zwei videos, auf das neue album "enter the kingdom", den schwung dürft Ihr gleich mal zum kauf des bereits fünften albums der amerikanischen folkpoptruppe mitnehmen, viel spaß mit: frontier ruckus:


radula
24.02 Malmö - Grand
26.02 Kiel - Hansa48
27.02 Hamburg - Fabrik Im Gängeviertel
02.03 Berlin - Ausland
03.03 Großhennersdorf - Kunstbauerkino
04.03 Bremen - Kulturbunker

Sonntag, Februar 19, 2017

konzert: huckleberry five, 04.02.17


der zeitliche rahmen für aktivitäten im und am blog ist leider nicht größer geworden. im gegenteil schwinden die zeitlichen ressourcen zusehends. so bleibt, die wenigen minuten zu nutzen, die der abend, die nacht so hergeben.
zum beispiel hätten wir Euch gern erzählt, wie das konzert mit der bluesgrassband huckleberry five im "john's" zu obing verlaufen ist. dieses urige wirtshaus im oberbayerischen richtung chiemsee ist die heimat von rita und john, einem mehr als sympathischen ehepaar, das neben der bewirtung und dem angebot zu übernachten auch regelmäßig konzerte und andere veranstaltungen organisiert. mit rüdiger helbig und seinen mitstreitern kamen jüngst alte bekannte in den großen saal des hauses, um wie fast jedes jahr mal so richtig einen aufzusäbeln.

rüdiger helbig ist vermutlich 'der' banjopicker in unserem land, das wird auch die unmittelbare konkurrenz anerkennen. seine bühnenpräsenz garniert der in münchen ein kleines musikaliengeschäft führende gern mit einer wechselnden mannschaft. heuer trumpfte vor allem der aus st. petersburg stammende und eher der klassik zugewandte kirill gorodnitzky an seiner seite auf. der quierlige mandolinenbediener stahl dem frontmann ein ums andere mal die show. da blitzte eine versiertheit, eine könnerschaft gar auf, die man dem exaltierten burschen zunächst gar nicht zugetraut hätte. don't judge a book by its cover. in ergänzung zur mutig grundierenden fiddlerin bettina kuhn richteten die saitenakrobaten ein ums andere mal ein emotionales tiefenbad an. die meute im saal jubelte bereits nach den ersten songs ungebremst. natürlich kennt man sich gegenseitig und goutierte die freundschaft eben nicht nur mit applaus.

doch der fünfer dort vorne auf der bühne bot mehr als durchschnittliche kost. ob nun ralph stanley oder bill monroe zitiert wurden, ob alte gassenhauer wie "proud mary" herhalten mussten oder perlen der zunft wie "duelling banjo", die leidenschaft der truppe brach alle dämme und schuf eine atmosphäre, die weitläufig und frei von sorgen anmutete. daran konnte man sich ungewzungen andocken. nicht zuletzt, weil mit jim klopfenstein ein alter bekannter den standup bass bediente, auf eine weise, die mit ungewöhnlich allzu undeutlich beschrieben ist. während der körper am zappeln ist, das gesicht grimassiert, greifen die finger wie abgetrennt vom rest konzentriert und zielsicher in die saiten. dabei schaffen sie eine trittsichere grundlage, auf der sich fast alle im ensemble austoben konnte. bleibt noch der hinweis auf das küken, auf flo groll, dem die undankbare aufgabe blieb, mitsamt gitarre und gesang die mannschaft beisammen zu halten, die hingeworfenen fäden zu verbinden. dies tat er mit fleiß und obsession und mit einem willen für die kollektivleistung. denn in den mittelpunkt rückten (sich) andere.


es war ein toller abend mit vertrautem und mit vielem neuen, denken wir nur an das berauschende "dr. schiwago", welches selbstverständlich zu ehren des russen im bunde gespielt wurde. es offerierte sich das erlebbare abenteuer, wenn künstlerische einzelleistung im verbund zu etwas einzigartigem wird. danke!

Samstag, Februar 18, 2017

konzert: chris brokaw, zwinkelman, 12.02.17


wenn die mittlerweile gehäuften anfragen in sachen liveauftritte nicht mehr nur im beschaulichen ampfing beantwortet werden müssen, dann ist das verdienst der gut galerie in münchen und des ebenfalls in der bayerischen landeshauptstadt beheimateten kulturbloggers g. emmer. mitsamt diesen mitstreitern konnten wir bereits thisell nach sendling einladen und nun den amerikanischen songschmied chris brokaw. der freundliche gitarrist brach eine lanze gleich für mehrere sparten, indem er nicht nur den akustischen beritt auf die tagesordnung setzte, wobei die coverversionen von david bowie vermutlich allen anwesenden am besten in erinnerung blieben, sondern auch zum elektrischen galopp aufrief. der kurzweilige auftritt genehmigte sich nur wenige sekunden unangestrengter stille, wenn brokaw seiner gitarre die sporen anlegte, stimmte, was wenig später ein flinker schliff über die saiten werden sollte. diese unaufgeregte art, sich seiner qualitäten zu bedienen, um diese in konzentration an den mann zu bringen, macht den kerl nicht nur sympathisch, sondern lässt erahnen, warum er ein so gefragte musiker ist. dabei wird seiner solokarriere zu wenig aufmerksamkeit geschenkt, wie man an diesem abend eindrucksvoll präsentiert bekam. das instrument greift er behände, überraschter mag man ob seiner gesanglichen finesse sein. mal legt er die stimme in den klangraum, dann wieder setzt er sie voraus wie ein leuchtfeuer, um die rettenden ufer zu erkennen. stets bleibt sie etwas rau, belegt, dennoch für den gegenüber griffig und vor allem memorabel. die schlichtheit des ambientes und des vortrags vertrugen sich geschwisterlich. "california" wurde so vor dem hintergrund der längst in die nacht verabschiedeten stadt ein schaudernd schöner moment. begeisternd empfing das rund die elektrische offenheit, das biestige moment alter tage, die mutige abkehr von den leiseren tönen. neben den musischen abenteuern brachte chris mir später bei, dass er, als die zusammenarbeit mit dirtmusic startete, bis dato nichts mit chris eckman und hugo race zu tun hatte, dass er "car, button, clothes" von den lemonheads ebenfalls für ein tolles popalbum halte, dass thalia zedek für ihn die beste sängerin sei und vieles andere mehr, das mir im rausch des abends vermutlich verloren ging. zwei tage später allerdings nicht die aufmerksamkeit, die uns dank der süddeutschen zeitung zuteil wurde.



mit zwinkelman gab ein münchner duo dem abend vor, wohin er sich entwickeln mag. die beiden gitarristen entwarfen stimmungsbilder der besonderen art. hier die rhyhtmisch-melodische gerade, dort die flinken soli, ausbrüche, verwegenheiten. zwischen minimal, american primitive und kalkuliertem stoizismus suchten die beiden nach emotionalen themen, an die sich die lichtspiele der gut galerie heften konnten. die widerstille des publikums zeigte auf, dass sich manches stück gefangen nehmen ließ. gern gab man sich den sittsamen notenkaskaden hin, dem zumeist einvernehmlichen miteinander, der anberaumten idee. mit dominik lutter und josip pavlov nahmen wir an diesem abend neue herzensmusiker in unserer mitte auf.

wir hoffen, wir können bald in der gut galerie unter den selben vorzeichen veranstalten. bis dahin!

(fotos von g. emmer, video von h.sch., danke)

Freitag, Februar 17, 2017

glotzt nicht so romantisch (775): nadia reid


ein neues video zum neuen album: der zauber dieser stimme, der mut zum einklang, die nüchternheit des auftritts, allesamt wird belohnt durch aufmerksamkeit, die sie bereits erfährt und schon erfahren hat, man sollte sie zudem aufrecht erhalten, am 03. märz erscheint "preservation", und ein paar termine bei uns gibts auch, mit: nadia reid:

23.02. berlin, monarch
24.02. landsberg, stadttheater


Donnerstag, Februar 16, 2017

glotzt nicht so romantisch (774): timber timbre


photo by caroline desilets
 
einen weiteren track gibt es aus dem neuen album "sincerely, future pollution" zu besichtigen, denn er wurde fix von christine brache in bewegte bilder transformiert, "velvet gloves & spit" ist eine sämige nummer, die sicher auf ihre weise aus dem am 07. april erscheinenden album hervorstechen wird: timber timbre:

Dienstag, Februar 14, 2017

glotzt nicht so romantisch (773): black flower


die in belgien beheimatete band mit einem ganz besonderen sound, ethno und jazz finden sich in einer spannenden melange wieder, die auf ihrem neuen langplayer "artifacts" einen ersten höhepunkt erreicht, daraus präsentieren wir das in bewegte bilder übersetzte "lunar eclipse" sowie die erste single "bones": black flower:


Montag, Februar 13, 2017

neue töne (1720): julie odell


photo by cory james photography

zwei wie eine zwiesprache wirkende songs hat die wunderbare julie odell gerade erste veröffentlicht. die beiden nummern agieren komplementär zueinander und sind innig verschränkt mit der darbieterin, die sich an ihnen abzuarbeiten scheint, als müssten sie zunächst beherrschbar gemacht werden. da ist das ruppigere "cardinal feather", das sich an der elektrischen entlang hangeln lässt, ein energischer beat begleitet der sängerin harsche stimme. tempo- und stilwechsel befördern die aufmerksamkeit in einen zustand der synthese. julies gesangsakrobatik tut dabei ihr übriges. erstaunlich, was alles in eine vierminütige nummer passt.
und dann ist da das stille "strange endangered bird", da sich die stimme strecken kann, als räkele sie sich auf den entspannten bändern. doch trügerisch ist jede form der kontemplation. nachdrücklich erinnert sich in höhenfahrten die möglichkeit, zu der julie odell befähigt ist. alsbald wird gefestigter gefeiert, im hintergrund befeuert der eigene backgroundgesang die unternehmung. ich hoffiere die dame nun noch um einiges mehr.
unseren beitrag aus dem jahr 2014 packe ich Euch mal hier mit rein:
ob es bereits veröffentlichungen von julie odell gab, weiß ich nicht (vermutlich nicht). dass es sich lohnen würde, steht außer frage. da spricht ihre stimme dafür, ein tief gegründetes, warmes, mal weiches, mal raues organ, das sich nicht zwingen lässt. dafür spricht ein von lockerer hand geborenes songwriting mit dem hang zum erinnerungswürdigen. dafür spricht zudem, dass es julie odell gelingt, ihre songs jeweils zu etwas einzigartigem zu gestalten. "around and around" zum beispiel erhält ein flair, als sei es den sümpfen new orleans entstiegen. irgendwo dort muss die junge künstlerin auch beheimatet sein, die uns über ihre soundcloud seite an liedern und damit ganz persönlichen eindrücken teilhaben lässt. die gestrichene akustische bebildert den in den hintergrund gedrängten gesang, die stimme steigt und gibt sich zu erkennen. fähige muster lassen sich nicht erkennen, als würde die künstlerin naseweis die hacken schlagen, um sich nicht erkennbar, identifizierbar zu machen.
da gelingt ihr das balladeske, folkloristische, dann wieder stibitzt sie mit einem stampfenden rhythmus um die ecke und treibt die winde vor sich her, einen moment später führt sie ein altes lied an der hand und intoniert, wie es die vorfahren zu tun pflegten, die hand auf der brust, den kopf überstreckt und die strimme zwischen die sonnenstrahlen gelegt. dass darüber hinaus der blues gelingt, keine frage. allesamt demos, überzeugen die aufnahmen dennoch mit stärke und ausdruckskraft und lassen sich leicht mit der hoffnung auf mehr verbinden.
mit pretty wild yellow gibt es außerdem eine band, in der sich julie seit einiger zeit gütlich tut, vielleicht hören wir dann auch aus dieser richtung bald etwas zählenswertes. das neue jahr wirds bringen.
Euch eine schöne zeit mit julie odell und natürlich auch darüber hinaus.

Sonntag, Februar 12, 2017

neue töne (1719): emma gatrill


schöne erste ausschnitte aus dem neuen album von emma gatrill, die wir Euch im april 2012 bereits einmal vorstellten und u.a. erzählten:
sie war bei sons of noel and adrian zu sehen, bei laura marling oder broken social scene, rachael dadd oder the mariner’s children. alle, so ist zu vermuten, profitierten von ihrem klarinetten- oder akkordeonspiel, ihrer sagenhaften stimme. nicht zuletzt deshalb war es für die junge britin wohl schwierig, sich auf ihre eigenen themen zu konzentrieren. nun hat sie aber mit "chapter one" das buch aufgeschlagen, um im bild zu bleiben, in dem es nur um sie selbst geht. unterstützung erhielt sie aus dem weitgefächerten willkommen collective, das sich hinten anstellte, um dem neuen instrument emmas, der harfe, etwas beifügen zu können. ihre stimme ist ein leicht zitternd ding, das sich stabilität bei den vielen saiten ihres gefestigten instruments leiht. sie koalieren wie entenpaare im frühjahr. streicher umsäumen das friedliche bild, die narrative note des vorgangs fördert das schüchtern- mächenhafte der szenerie. angelehnt sieht sich emma bei songwriter größen wie joni mitchell, hingezogen zu inspiratoren wie rachael dadd oder allessi's ark. mindestens im schlepptau von anderen künstlern von willkommen records, auf dem das album "chapter one" am 14. mai erscheinen wird, wird man emma gatrill in den kommenden monaten sicher auch bei uns bewundern dürfen.
die in brighton lebende musikerin setzt auf ihren neuen liedern glücklicherweise weiter auf ihr zartes harfengewerk und das außergewöhnlich reine gesangsorgan. doch das nun reichere arrangieren füllt den kelch bis zum rand, so dass nichts missen wird, was letztlich auch nie fehlte. das album, dessen titeltrack eine still atmende, von vielen unterschiedlichen texturen durchzogene nummer ist, wird am 17. märz auf dem japanischen label flau erscheinen.

Samstag, Februar 11, 2017

glotzt nicht so romantisch (772): the desoto caucus


wir hatten auf das neue album bereits hingewiesen, es erschien bei glitterhouse mitte januar. mit dem schlichten "4" zeigt es auf, in welche richtung es gehen könnte, "falling" ist nach "let it glow" ein weiteres (video-) beispiel, in welche richtung sich die band aus dänemark entwickelt hat. ich bin bei dieser nummer vor allem vom konzentrierten anfang begeistert, der stete lauf des danach ist nicht weniger dringlich und bindend: the desoto caucus:

11.02.2017 CH - St.Gallen - Nordklang Festival
12.02.2017 BE - Muziekcentrum / Dranouter
13.02.2017 NI - Waterhole / Amsterdam
15.02.2017 DE - Offenbach - Hafen 2
16.02.2017 DE - Düsseldorf - Kassette
17.02.2017 DE - Saarbrücken - Sparte 4
18.02.2017 DE - Kassel - Schlachthof 
20.02.2017 DK - Atlas / Aarhus 

glotzt nicht so romantisch (771): gold star


den los angelito marlon rabenreither hatte ich Euch an anderer stelle bereits vorgestellt, hier nun mit seiner zweiten single-video-auskopplung "sonny's blues" vom zweiten album "big blue", das ende märz erscheinen wird, die klassisch anmutende nummer ist ein echter ohrenschmeichler: gold star:

Freitag, Februar 10, 2017

glotzt nicht so romantisch (770): myles manley


coole nummer des iren, die auch auf vinyl zu haben sein wird. "relax, enjoy your night upon the town" kommt am 17. februar als single auf little l records heraus. auf der flip hört der geneigte hörer mit "pasta  solo" einen weiteren neuen track, könnte eine andauernde freundschaft werden mit: myles manley:


Donnerstag, Februar 09, 2017

eingestreut (1033): janek sprachta


photo by philipp granzin

beachtung bitte des zweitlings von janek sprachta. den berliner kann man zum beispiel dank seines drummings bei siva kennen. der name von nils frahm taucht dann nicht nur bei dieser band auf, sondern auch auf dem erstling, welches der international bekannte masterte. einige jahre später steht das zweite soloalbum "grow" auf dem plan. midira records unterstützt das unterfangen und haut die experimentierfreudigen sounds am 24. februar unters volk. drums, gitarre, piano und anderes gewerk fügt der multiinstrumentalist in universelle klangwelten ein.

Mittwoch, Februar 08, 2017

glotzt nicht so romantisch (769): real estate


verselbständiger. warum und wie auch immer. passt schon. hat ja was. "darling" stammt vom neuen album "in mind", das ab 17. märz via domino zu haben sein wird. weit ab von gediegen, aber auf sanfte und erquickliche weise in form gebracht. wir bringen Euch die neuen bei: real estate:

Dienstag, Februar 07, 2017

eingestreut (1032): candice gordon


2013 veröffentlichte die in berlin lebende irin ihre erste ep namens "before the sunset ends", nun wird das debüt album erwartet. "garden of beasts" ist das werk überschrieben und wird dreizehn tracks enthalten. mit "the laws of nature" darf man sich einen eindruck von dieser gothicfolk-variante machen. mir taugen ja vor allem die leichten, verwegenen psychodelischen elemente. hört mal rein.

Montag, Februar 06, 2017

glotzt nicht so romantisch (768): john andrews & the yawns


schöner zerschlissener sound, den jeder braucht, der ab sofort seiner wege zieht. du weiß, wenn schluß ist, wenn die energien verbraucht sind, der tank leer ist. aber da ist ein feuer, das nur für dich brennt. auf auf! das album wird bad posture" heißen und am 10. märz auf woodsist erscheinen, der brutstätte für grandiose aufnahmen: john andrews & the yawns:

Sonntag, Februar 05, 2017

eingestreut (1031): tara jane o'neil


eine wunderbare nachricht, wie sie anfang des jahres nicht schöner sein kann. endlich neues von tara jane o'neil! mit "sand" stellt sie uns erste bemühungen aus dem im april auf gnomonsong zu veröffentlichenden unbetitelten album vor. es ist eine kleine singer/songwriter-nummer, wie auch der rest in eine ähnliche richtung gehen soll. ach, das wäre was! und überrascht. als hätte die grandiose musikerin ihre mitte gefunden. kann man das so sagen?

Samstag, Februar 04, 2017

glotzt nicht so romantisch (767): younolovebunny


ach ja, schöner name, so oder so, denn unter dem moniker younolovebunny agiert der däne claus frøhlich, der sich in seiner heimat als fleißiger heimbastler einen namen machen konnte, immerhin veröffentlichte er schon auf fat cat records oder almost musique und anderen mehr. seit 2003 zählt er mehr als eintausend songs sein eigen werk, wobei er sich stilistisch kaum einordnen lässt, die bandbreite ist groß. mit dem video zu "only love" laden wir Euch ein in den kosmos des mittdreißigers, der mit einer neuen ep in 2017 auf sich aufmerksam machen möchte. denn die auf raw onion records erscheinende kurze wird die erste sein, die er in einem handfesten studio aufgenommen hat. der track hier ist eine feine slackerpopidee und wunderhübsch ins szene gesetzt.

eingestreut (1030): wooden wand


der nachfolgende track gehört auf das "clipper ship" benannte album, welches wooden wand ende april via three lobed recordings veröffentlichen wird. dass james toth ein besonderer songwriter und gitarrist ist, beweist nicht zuletzt "mexican coke".
You ask me why I carry cash around with me all the time—
Don’t you see all these “Yard Sale” signs?
When I flip this first edition for a cool grand
Then maybe you’ll understand

Where there’s a will, there are ways
So take this five-dollar bill
And go and buy yourself a Mexican Coke with the change

There’s no using all the unused hours down the line
You can’t stockpile time
What has the night to do with sleep
When there are promises to keep?

Remember all that you pass
Make the first thing the last
The innocent get to dream, the rest of us crash

If you leave the doors open so the flies can escape
You’re just inviting the rattlesnakes!
We can always do more harm than good
Our best intentions misunderstood

Whether we drink from the stream
Or find it’s just a mirage
Bet you a Mexican Coke it comes out in the wash

--For Simon Joyner--

Freitag, Februar 03, 2017

neue töne (1718): emily millard


vor einigen jahren schrieben wir über die damals noch unter miss emily brown firmierende und dem duo morlove angehörende:
die musikerin aus british columbia veröffentlichte ihr debütalbum "part of you pours out of me" 2008 und setzte damals bereits einen meilenstein in der kanadischen indieszene. es gelangte prompt in die top zwölf des cbc radio rankings. knapp zwei jahre später erschien der nachfolger, "technicolor" wurde ebenfalls hoch bejubelt und für diesen oder jenen preis nominiert. im november des selben jahres hinterließ sie ein weiteres werk, nämlich die auf "sum of all parts" getaufte ep, und ward auf tour mit jeremy fisher sowie auf erster deutschland konzertreise im vorprogramm von alin coen zu sehen. weitere zwei jahre später trat emily mit der "wire wood wind ep " auf den plan. sie enthielt bis dato unveröffentlichte tracks, drei an der zahl, die sie mit unterstützung des produzenten martin heynes (der  unter anderem mit efterklang und gyda valtysdottir gearbeitet hatte) an einem frühlingsnachmittag in berlin aufnahm. hervorstechend die klangwirklichkeit der damals neu angefertigten autoharp, die so hervorragend mit dem runden organ emily browns koalierte. die junge dame studierte dichtung an der uni von victoria und gesang und jazz komposition. sie trat in kleinen clubs auf und ebnete sich den weg von open mic veranstaltungen zu festivalauftritten.
schon einige zeit durfte man sich auf den geburtsnamen emily millard einstellen. das pseudonym war abgelegt, zugleich näherte sich die kanadierin neuen musikalischen ufern. deutlich wird das auf ihrem aktuellen album "by heron & by season", welches mitte februar nun auch via greywood records in hiesigen landstrichen erscheinen wird, da sich bekannte folkmuster mit jazzanleihen und den gründen des singer/songwriter metiers verbinden.


fast schon schlichte songs gewinnen durch das reine gesangsorgan millards, durch die sanfte spurensuche des pointiert gesetzten instrumentariums, durch maßvolles tasten, stilisiertes täuschen, akzentuierendes perkussieren. vom geheimnisvollen zum sphärischen, vom ätherischen zum vollklang und wieder zurück.
als produzent konnte der großartige sandro perri gewonnen werden, im ensemble agierten zudem größen wie jesse zobot von stars, colin nealis, der auch bei andy shauf auftaucht oder dan gaucher an den drums (u.a. woodpigeon).
die entwürfe sind präzise, die arrangements auf den punkt und dennoch bleibt raum, um das große durchatmen zu spüren. als spüle die idee hindurch wie eine welle durch die offene straße. mitführend das kleinteilige, das die klangbreite zunächst nur erahnen lässt. stilsicher wird hier auf höchstem niveau musiziert.
veröffentlichungstermin ist der 17. februar.

Donnerstag, Februar 02, 2017

glotzt nicht so romantisch (766): rebel kind / jantar / stef chura

auf die band hatten wir bereits einmal aufmerksam gemacht, dennoch platzieren wir selbstredend auch ihr neues video zu "everyone" gerne hier, erst recht, weil es sich so kariös an uns verdingt, viel freude mit: rebel kind:



vorfreude auf den neuen mie release, der auf "panisperna" getauft wurde und das produkt einer dem easy listening entsprungenen band ist, "new fete galante blues" wurde mal eben von ma turner in bewegte bilder gesetzt: jantar:



die ersten eigenen musikalischen ergüsse landeten auf selbst aufgenommenen demos oder tapes, nun aber ist der ausstieg organisiert, das erste studio album liegt mit "messes" vor (wir hatten bereits verwiesen), freut Euch schon mal auf: stef chura

Mittwoch, Februar 01, 2017

neue töne (1717): chicagojazzen


zumindest die tracklist für das 2017er chicagojazzen album steht schon mal. "ständut black" wird das elf tracks umfassende werk heißen, welches über das feine label zeon light vertrieben werden wird. mit "semster" gibt es einen track daraus seit monaten zu hören, der mich wahrlich begeistert. längst wollte ich ihn nahgebracht haben, aber die rahmen gebende information fehlte noch. nun ist sie mit eben jener albennotiz vorhanden und stützt das wenige, aber gehaltvolle musikalische. 

hinter dem eigentlich verbindlichen moniker versteckt sich vornehmlich erik karlsson. der kerl hat bereits eine menge eingespielt, ist aber keiner, der ständig tonträger an den mann bringen muss. das geht alles seinen eher unkonventionellen weg. auf downloadplattformen findet man ganze alben, kleinere labels unterstützen den in skellefteå geborenen, mittlerweile in den mittleren zwanzigern befindlichen früh enthusiasmierten. seit der sechsten klasse arbeitet er an seinen ausdruckskonzepten, nahm alsbald auf, nachdem er zu weihnachten ein mikrofon geschenkt bekam. zu hilfe kam ihm auch, dass seine mutter musiklehrerin ist und so stets eine menge instrumente zu verfügung standen. das drumset, die gitarre wurden zu ersten bindegliedern. im keller des elternhauses fanden session, aufnahmen, proben statt. während das städtchen an den fernsehern saß, um eishockeymatches zu verfolgen, übten die jungmänner instrumentales. denn zu den langen tonfolgen müsste man ausufernde texte schreiben. das passe nicht so recht, meint karl.

"semester" ist einer der stärksten tracks, die ich bis dato aus der feder des schweden gehört habe. er ist ein wenig ungestüm und wild und hat dennoch struktur und eine wertige verbindlichkeit. er ist blendend wie schnee in der sonne und wärmt dank reflexion. Ihr werdet wissen, was ich meine. das album kommt denn auch bald, dann mehr.